#LEJSFP19 | Endgültiger Rückzug von Ryanair aus Leipzig/Halle?

Das Angebot im Sommerflugplan 2019 leidet derzeit unter der Insolvenz von Small Planet Airlines, die in diesem Jahr am Airport noch stark aufgestellt waren. Nun könnte schon der nächste Nackenschlag folgen: Die Strecke von Leipzig/Halle nach London-Stansted ist nicht mehr buchbar. Der Rückzug von dieser Strecke würde das endgültige Aus von Ryanair in Leipzig/Halle bedeuten.

Foto: Ryanair

Im Jahr 2011 kündigte Ryanair sein Engagement am Flughafen Leipzig/Halle an, die Hoffnungen waren damals groß. Sie wurden zeitweise sogar erfüllt: Mit Bergamo, Faro, Malaga oder Pisa war man in Leipzig/Halle breit aufgestellt. Im Sommerflugplan 2014 folgte der Tragödie erster Teil: Aus kaum ersichtlichen Gründen wurde bis auf London jede Verbindung eingestellt. Die letzte verbliebene Strecke wurde seitdem immer weiter eingedampft. Eine Überraschung wäre der Rückzug also nicht ...

Verlust von 50.000 Passagieren pro Jahr

Die Auslastung von London mag solide sein, rund 80% können Ryanair allerdings nicht zufriedenstellen. Unschuldig daran ist man jedoch nicht: Die fortschreitende Reduktion hat der Strecke klar geschadet, die sehr späten Flugzeiten waren ungünstig. Dem gegenüber steht allerdings auch das starke Wachstum in Berlin, dass nicht komplett ohne Spuren am mitteldeutschen Airport vorbeiziehen konnte.  Zudem ist weiter unklar, welchen Sinn es bisher für Ryanair gemacht hat, Leipig/Halle ausschließlich von London aus anzufliegen - das hat im deutschen Netzwerk zuletzt ein Novum dargestellt.

Wenn die Verbindung nicht wieder zur Buchung freigegeben wird - wovon ich ehrlich gesagt nicht ausgehe, wird der vorerst letzte Flug von Ryanair nach Leipzig/Halle am 29. März 2019 stattfinden. Pro Jahr würden dann circa 50.000 Pasagiere fehlen.

Eine Alternative für die Zukunft?

Weder Leipzig/Halle noch Dresden werden im kommenden Jahr eine Verbindung nach London, geschweige denn Großbritannien, vorweisen können. Heißt: Eine Alternative ist nun zwingend notwendig! In der Zeit der Konsolidierungen am europäischen Luftfahrthimmel könnte sich die Suche nach einem Ersatz allerdings schwieriger gestalten, als angenommen ...

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Kommentare: 10
  • #1

    Thomas Döring, Leipzig (Donnerstag, 08 November 2018 11:45)

    Was für gute Flugverbindungen in europäische Metropolen unerlässlich ist, fehlt in unserer Gegend: Ein stark industriell geprägtes Hinterland, welches „automatisch“ für einen kontinuierlichen „Nachschub“ an Geschäftsreisenden dahin, sorgen würde.

  • #2

    Hans Falla (Freitag, 09 November 2018 08:46)

    Die Flugzeiten sind extrem unattraktiv mit Ankunft um Mitternacht. Ich habe in diesem Jahr ausschließlich Umsteigeverbindungen nach London gewählt. Der Bedarf ist da, nur eben kein Angebot. Paris und Amsterdam würden mit Umsteigern und Lokalverkehr sicher auch laufen. Es muss nur regelmäßig sein (nicht wie Zürich täglich zu einer anderen Zeit). Vielleicht ist der Weggang von Ryanair ja ein positives Omen für eine komplette Neuansiedlung mit mehr Verbindungen.
    Wir bleiben optimistisch.

  • #3

    Leipzig-Air (Freitag, 09 November 2018 12:42)

    Ryanair ist doch außer den oben genannten Zielen noch nach Rom und Trapani geflogen!?

  • #4

    Nico (Freitag, 09 November 2018 14:07)

    Ja, die genannten Ziele waren auch nur eine Auswahl des Angebots, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

  • #5

    Planespotterls (Freitag, 09 November 2018 18:56)

    Jetzt wo Ryanair endlich für das Kabinenpersonal einen Tarifvertrag und Sozialplan unterschrieben hat. Finde ich es persönlich das es ein herber Rückschlag bzw Verlust für Leipzig wäre.

  • #6

    Planespotterls (Freitag, 09 November 2018 19:04)

    Aber dafür kann es, Dank der VLM, weiter für Small Planet am Leipziger Airport gehen.
    Ich freue mich ,wenn diese Airline uns erhalten bleibt .

  • #7

    Nico (Freitag, 09 November 2018 19:19)

    Bei VLM bin ich noch verhalten, auch wenn deren Plan ist, eine Maschine am Airport zu stationieren (Stand vor ein paar Wochen). Es braucht dann immer noch Reiseveranstalter, die Sitzplatzkapazitäten abnehmen.

  • #8

    Planespotterls (Freitag, 09 November 2018 19:25)

    Ein wenig Bauchschmerzen bereitet mir auch der Deal mit VLM, ob das die optimale Lösung für Small Planet ist?Wenn man die Firmengeschichte liest klingt das nicht für mich gut .

  • #9

    Nico (Freitag, 09 November 2018 19:28)

    Ohne VLM wäre die Airline jetzt wohl nict mehr Existent. Bei VLM ist es wichtig, die beiden fast namensgleichen Airlines nicht zu verwechseln. Die Airline, die insolvent gegangen ist (VLM aus Antwerpen), hat nichts mit der VLM (Brüssel) zu tun, die Small Planet übernommen hat.

  • #10

    Manuel (Sonntag, 11 November 2018 17:09)

    Das Passagiergeschäft am LEJ hat ja nun einen neuen, hochbezahlten Chef. Da kann doch alles nur besser werden...